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28/08/2011

Was wäre wenn…

…die Indianer Nordamerikas die Schweiz als Exil für sich erfunden hätten?

Ein kurzes Märchen für Erwachsene und Kind gebliebene.

Nebelschwaden hängen fein schimmernd über dem ruhigen Sämtisersee in der leichten Senke und die silbern sanfte Mondsichel steht am noch sternenbehangenen Frühmorgenhimmel, in der bereits merklich kühlen Samhain-Nacht des Jahres der Überfahrt über den grossen Ozean. Der ortskundige Braunbär trottet im Morgentau gemächlich dem Ufer entlang, auf der Suche nach dem fein duftenden Honig der fleissigen Waldbienen und nach mattblauen Beeren. Gleich erwacht auch die Vogelkolonie und das Singkonzert kann zwitschernd und pfeiffend beginnen. Entschlossenen Schrittes, auf leisen, lederbesohlten Mokassins, pirschen im nahen Buchenwald sechs Indianer vom Stamm der Lakota, mit bunt bemalten Gesichtern, der Lichtung entgegen. Sie tragen Pfeil und Bogen sowie andere Utensilien und nähern sich lautlos, ohne eine Spur zu hinterlassen der nicht mehr weit entfernten Siedlung. Der Zeitpunkt ist günstig – der leise Wind weht in die richtige Richtung, um sich unbemerkt anzuschleichen! Es soll ja eine Überraschung werden…

Ahnungslos schlummern die Bewohner der kurligen Holzhäuschen, im Herbst 1860, im wohlverdienten Schlaf. Nicht einmal die sonst so aufmerksamen Graugänse bemerken die herannahende Gruppe mit den schönen Adlerfedern im pechschwarzen Haar. Die Ende letzten Monat aus den Scottish Highlands zugereisten Hochlandrinder haben sich bereits gut aklimatisiert und liegen noch dösend unter einer Eichenbaumgruppe. Die Gegenwart ist der Augenblick. Hier. Jetzt. Nicht gestern, nicht morgen. Hier und jetzt passiert der Augenblick.Immer näher kommen die federgeschmückten Lakota und ihre Augen blitzen in der kühlen Morgenluft. Sich nur mit Zeichen und Gesten verständigend, die Graugänse nicht aus den Augen lassend, greifen die Gestalten ihren Pfeil und Bogen fester und huschen zielgerichtet auf die Türe des Hauses in der Mitte zu. Alles ist ruhig. Der Anführer öffnet die Türe bloss einen Spalt – ein leichtes Knarzen, aber alles bleibt ruhig. Mit einer schwungvollen Bewegung öffnet er die Tür und die Indianer huschen flink hinein…

…Peng ! Der Korken knallt. Die Indianer sind paff! Mit schallendem Lachen stimmen die Hausbewohner gemeinsam ein: «Happy birthday, dear grandfather, happy birthday to you!» Dem von weit hergereisten, gütigen und grosszügigen Grossvater Wacantoognaka (Wah chan tay ogna kay) und seinen treuen Reisebegleitern kullern die Tränen übers Gesicht. Grossvater lächelt schelmisch über sein warm-volles Herz und wiegt nun seine Enkeltochter Jasmina sanft im Arm… Die lange Reise aus den Weiten Amerikas hat sich gelohnt, auch wenn er nun selber überrascht wurde, anstelle seine Tochter Wehendes Haar und ihren Ehemann Ehrlers Beppi überraschen zu können, wie es von langer Hand den ganzen Sommer über von Grossvater geplant war. Alle feiern sie nun viele Stunden lang. Unweit davon schlürft der Bär genüsslich an der Honigwabe.

10/08/2011

Anrufung des grossen Bären

Grosser Bär, komm herab zottige Nacht,
Wolkenpelztier mit den alten Augen,
Sternenaugen,
durch das Dickicht brechen schimmernd
deine Pfoten mit den Krallen,
Sternenkrallen,
wachsam halten wir die Herden,
doch gebannt von dir, und misstrauen
deinen müden Flanken und den scharfen
halbentblössten Zähnen,
alter Bär.

Ein Zapfen: eure Welt.
Ihr: die Schuppen dran.
Ich treib sie roll sie
von den Tannen im Anfang
zu den Tannen am Ende,
schnaub sie an, prüf sie im Maul
und pack zu mit den Tatzen.

Fürchtet euch oder fürchtet euch nicht!
Zahlt in den Klingelbeutel und gebt
dem blinden Mann ein gutes Wort,
dass er den Bären an der Leine hält.
Und würzt die Lämmer gut.
s’könnt sein, dass dieser Bär
sich losreisst nicht mehr droht
und alle Zapfen jagt, die von den Tannen
gefallen sind, den grossen, geflügelten,
die aus dem Paradiese stürzten.

(Ingeborg Bachmann)
Quelle: Aus dem Gedichtband «Anrufung des grossen Bären»

09/08/2011

Erdzweig 2011 – Jahr des Hasen

Die Jahresqualität

Allgemein
Nach der chinesischen Tradition gibt es 12 Tierkreiszeichen, die sich im Kreislauf wiederholen. Jedes Jahr wird symbolisch durch ein Tier dargestellt. Gleichzeitig gibt es einen aus fünf Elementen bestehenden Zyklus. Die Elemente sind Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz; diese zeigen sich entweder in Yin- oder Yang-Qualität.

Am 3. Februar 2011 sind wir nach chinesischer Betrachtungsweise in das Jahr des Hasen (genau des «Metall-Hasen») gestartet und dazu bewegen wir und im Sinne des Yijing im Jahreshexagramm 45.

Das Jahr des Hasen

Das Jahr des Hasen kann man umschreiben mit: sich auf das Miteinander konzentrieren; Partnerschaft und Gemeinschaften stehen im Vordergrund, und statt Effizienz und Pflichtbewusstsein spielt eher das Gespür eine Rolle.

Hintergrund
Dieses Jahr trifft der Hase im Elementezyklus auf das Element Yin-Metall, somit sprechen wir vom Metall-Hasen. Der Hase selber wird dem Element Holz zugeteilt. Im Elementenkreislauf stehen Metall und Holz in einem Konflikt zueinander. Da es sich um Yin-Metall handelt, ist der Konflikt auch als hinterhältige Attacke zu verstehen. Dieses Jahr wird es ganz besonders darum gehen, in Konfliktsituationen die Ruhe zu bewahren und nicht gleich zu explodieren. Die vielen kleine Stiche des Yin-Metalls sind eine hervorragende Möglichkeit, unsere Aggressionen zu überprüfen und nötigenfalls zu lösen. Es gilt zu bedenken, dass mit Lösen nicht die Unterdrückung gemeint ist. Setzen Sie sich hin und betrachten Sie Ihre Aggressionen, Ihren Wut und Ihren Ärger. Es ist in Ordnung, diese Gefühle zu haben. Wenn wir sie unterdrücken, kommen sie einfach zu einer anderer Gelegenheit wieder. Akzeptieren Sie diese Emotionen, lassen Sie diese zu, betrachten Sie diese, ohne zu urteilen. Dann fühlen sie sich angenommen und können weiter fliessen. Das Weltgeschehen könnte ebenfalls von Konflikten geprägt sein. Die Schwäche des Holzes (Metall schneidet/spaltet Holz) bedeutet auch eine Schwächung der Natur. Dies war ja 2010 (Metall-Tiger) auch schon so. Der Vulkanausbruch mit seinen Aschewolken und dann die Ölkatastrophe im Golf von Mexico waren Erscheinungen eines schwachen Holzes. Ereignisse dieser Art können 2011 wieder eintreffen.

Qualitäte(n) des Hasen-Jahres
Es ist ein Jahr, um sich zu erholen, nach dem Tiger-Jahr. Es ist jedoch Vorsicht geboten, dass wir nicht nachlässig werden. Das Zeichen des Hasen gilt als glücklichstes Tierzeichen und steht für Langlebigkeit, Anmut, Anstand und guten Rat. Milde und Schönheitssinn, zurückhaltend, Kunstsinn, launenhaftig, gut im Verhandeln, gerissen, genusssüchtig, höflich, starker Willen. Verhandlungskünstler. Kann Situationen, Fähigkeiten und Menschen gut einschätzen, beliebt, guter Tröster, charmant, elegant, vornehm. Im Feng Shui ist in diesem Jahr im Bereich des Hasen eine sehr starke und mächtige Energie. Der Hase ist dem Osten zugeteilt. Es ist wichtig, wie man dem Hasen begegnet. Genaus so heikel ist aufgrund der Polarität aber auch der Bereich vis-à-vis vom Hasen, der Bereich des Hahns im Westen.

Hasen-Bereich, Osten
Den Hasen sollte man nicht vor sich haben, also beim Arbeiten nicht in die Richtung des Hasen (nach Osten) schauen. Im Liegen (schlafen) gilt die Ausrichtung der Füsse. Falls dies nicht zu vermeiden ist, kann man für dieses Jahr einen Rosenquarz, Granit oder Obsidian im Bereich des Hasen platzieren. Im Bereich des Hasen sollten keine Renovationsarbeiten durchgeführt werden. Auch kleinere Veränderungen sind nicht zu empfehlen. Reisen in Richtung des Hasen (Osten) sind eher mit Schwierigkeiten (Gegenwind) verbunden, hingegen ist das Reisen in entgegengesetzte Richtung (Westen) sehr günstig (Wind im Rücken, Unterstützung).

Hahn-Bereich, Westen
Dieses Jahr sollte dieser Bereich allgemein gemieden werden. Korrekturen sind möglich durch Arbeit mit Edelsteinen: gelbe Jade oder gelber Mondstein, oder auch Schneeflockenobsidian, um den Hahn milde zu stimmen.

Die fliegenden Sterne
2011 steht der Stern 7 in der Mitte. Er steht für Reden, Kommunikation, Schreiben, für Wahrsagen und Esoterik, auch für Erotik und die Jugend. Der Stern 7 umschreibt auch die Fähigkeit zu vertrauen, sei es in andere Menschen, in Engel oder in einen göttlichen Plan. Loslassen können, nicht alles festhalten wollen, nicht mit Denken die Dinge lösen wollen, sondern sich auch an Zeichen orientieren. Mit Instinkt und Gefühlen durch das Leben gehen. Für sich selber schauen können und den Weg nach Innen beschreiten. Mystik, Spiritualität und das Urvertrauen zulassen. Ist die Mitte (das sog. «Taiji») blockiert, können Streit, Konkurrenz, Affären und auch Essstörungen entstehen. Selbsttäuschung und Täuschung der Umwelt, nicht die wahren Gefühle zeigen, sondern lächeln (auch wenn es schon lange nichts mehr zum Lachen gibt).

Die Herausforderung ist, die Wahrheit im eigenen Herzen zu suchen, sich dem Fluss des Lebens anvertrauen und die eigenen Impulse zu leben.

Ambivalenz des Hasen
Ein Hase ist einerseits ein Lebewesen von ausserordentlicher Fruchtbarkeit mit zwei Gebärhöhlen, auf der anderen Seite aber ist er auch ein Angsthase, der sich in die Furchen duckt oder hakenschlagend das Weite sucht…

08/08/2011

Jahreshexagramm 2011

Das Jahreshexagramm 45 – Die Sammlung
Das Zusammenspiel mit Gleichgesinnten.

2011 ist es wichtig, sich mit Menschen zusammenzuschliessen, die das gleiche Ziel verfolgen. Mit Richtung gebenden Ideen tritt nun die Kraft der Gemeinschaft in den Brennpunkt der Zeit. Die grossen Werke und Ideen entstehen in Gruppen, die sich an einem übergeordneten Ziel ausrichten.

• Gemeinsames Operieren, in eine Richtung zusammenwirken
• Gegenseitigkeit, einer Sache wegen zusammenkommen
• Ruhiges, friedliches Verweilen
• Fokusierung der Aufmerksamkeit
• Beziehungen knüpfen, auf ein gemeinsames Ziel hin ausrichten
• Aus der Reserve kommen• Menschen zusammenbringen

Jenseits persönlicher oder egoistischer Motive hat ihre Anführerschaft die Aufgabe, zum Kanal des Zeit-Geistes zu werden. Naturgemäss werden sich dabei verschiedene Visionen oder Ideologien aneinander messen. Damit keine Machtkämpfe entstehen, braucht es nun klare und integre Regeln, die sich an einer humanen Ethik ausrichten. Alle Gruppen, Vereine und Parteien, deren Ziele sich an ethischen Grundwerten orientieren, erhalten jetzt ungeahnte Unterstützung aus den verschiedensten Ebenen. Das Yijing (I Ging) rät in diesem Jahr, sich innen auf Bereitschaft und Nachgiebigkeit einzustellen und aussen gegenüber anderen Ideen offen und anregend zu sein. Interessant ist es auch die Sammlung ganz persönlich zu betrachten – auf die Person (auch die eigene) zu beziehen.

Angesprochen werden mit diesem Hexagramm insbesondere Personen, die sich in leitender Stellung befinden, beziehungsweise eine Gruppe anführen (werden). Diese werden aufgefordert, Eigenschaften zu sammeln, die wesentlich sind, damit die Aufgaben erfüllt werden können, um die Ordnung zwischen den Menschen wieder herzustellen. Am Anfang gilt klar zu erkennen, was zu tun ist. Nur dann ist es möglich eine Gruppe wirklich zu führen. Dieses Sammeln geschieht (beginnt) durch langsame, geduldige Entfaltung des Selbst. Unsere Ziele sollen erhabene Ziele sein. Wir sollen in unserem Geist absolut gefestigt sein in Bezug auf das, was richtig und im Einklang mit dem kosmischen Gesetz ist.

In Situationen der Sammlung gilt es, diese angesammelten Eigenschaften einzusetzen, indem man wahrhaftig bis zum Ende bleibt, das heisst innerlich fest und entschlossen, trotz aller Herausforderungen und Schwierigkeiten. Wahrhaftig bis zum Ende bedeutet, dass wir uns nicht mit Geringerem zufrieden geben, als mit dem, was für eine stimmige und dauerhafte Beziehung wesentlich ist. Durch richtiges Verhalten erhalten wir die Hilfe der verborgenen Welt, die wir benötigen, um unsere Aufgaben zu vollenden. Wesentlich ist, dass wir um diese Hilfe bitten, sie erhalten und uns ihrer erinnern. Keine grosse Aufgabe kann ohne sie vollendet werden.

08/08/2011

Der erste Schritt

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.
(Lǎozǐ).

31/07/2011

Prozess ohne Ende und Anfang

Ich kann mich drehen, wenden, bewegen, winden wie ich will_
Ich stecke fest, in meinem Leben_
Das Leben hält mich fest, wie ein Schraubstock_
Ausharren_
Ich kann mich drehen, wenden, bewegen, winden wie ich will_
Ich stecke fest, in meinen Gedanken_
Die Gedanken wollen Macht über mein Herz…
Ausharren_
Ich kann mich drehen, wenden, bewegen, winden wie ich will_
Ich stecke fest, in meinem Handeln_
Das Handeln lässt mir keinen Spielraum_
Ausharren_
Ich kann mich drehen, wenden, bewegen, winden wie ich will_
Ich stecke fest, in meinem Körper_
Der Körper gibt mir Signale, die mir gar nicht gefallen_
Ausharren_
Ich kann mich drehen, wenden, bewegen, winden wie ich will_
Ich stecke fest, in meinen Gefühlen_
Die Gefühle versuchen die Gedanken zu besiegen_
Ausharren_
Doch es gibt einen Lichtblick, in meinem Leben_
Ich spüre die Präsenz und den Ruf von Mutter Erde_
Ich höre das Zwitschern, Schnattern und Pfeifen der Vögel_
Ich rieche den Duft es feuchten Grases auf der Wiese nebenan_
Ich ertaste die Rinde meines Baumes in meinem Garten_
Ich sehe die hell leuchtenden Sterne und die schmale Sichel des Mondes_
Ich erahne den Blaubeeren und Kräuter zupfenden Bären in der Lichtung des Waldes_
Die Zeit vergeht, wenn man nicht hinschaut_
Wie die Zeit vergeht, wenn man nicht hinschaut_
Zeit ist Illusion_
Licht_
Herz-Licht_
Homo cordis_
Der Mensch, der aus dem Herzen heraus lebt_

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